Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als OTA – wie bewerbe ich mich richtig?

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Hallo Ihr Lieben!

Die Bewerbungen für das Ausbildungsjahr 2020 sind im vollen Gange, und Ihr wollt nächstes Jahr auch noch unbedingt mit dieser tollen Ausbildung starten? Doch Ihr wisst einfach nicht ganz genau, wie Ihr Eure Bewerbung gestalten sollt? Mit diesem Post möchte ich Euch dabei helfen.

Bereits vor fast zwei Jahren habe ich einen recht allgemeinen Beitrag zum Thema Bewerbung als OTA verfasst. Hier habe ich Euch einige Tipps zum Vorstellungsgespräch gegeben. Aber der Weg zu einem solchen Gespräch ist nicht ganz leicht. Wie ich meinen Ausbildungsplatz erhalten habe, werde ich Euch jetzt erzählen.

Dadurch, dass mein Vater sich beim Thema Bewerbungen sehr gut auskennt (er arbeitet u.a. als Bewerbungscoach), hatte ich wirklich eine große Hilfe. Doch diese hat nicht jeder, deshalb möchte ich jetzt Eure Hilfe sein!

Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash
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Wie bewerbe ich mich für die OTA Ausbildung?

Das ist die Frage aller Fragen. Zunächst müsst Ihr für Euch herausfinden, weshalb Ihr diese Ausbildung unbedingt machen möchtet. Dann müsst Ihr auch entscheiden, ob Ihr bereit seid, für die Ausbildung eventuell mehrere hundert Kilometer entfernt weg zuziehen, falls Ihr in der Region keinen Platz erhalten solltet.

Ich wollte diesen Beruf damals unbedingt erlernen. Also habe ich mich bundesweit beworben. Ich habe an die 40 Bewerbungen losgeschickt – per Post oder auch als PDF per Mail. Und so kam es bei mir auch, dass ich für die Ausbildung ins 450 km von meiner Heimat entfernte Sachsen, genauer gesagt nach Leipzig, gezogen bin. Das war eine ganz schöne Umgewöhnung, und ich musste lernen, erstmals komplett auf mich alleine gestellt zu sein. Aber wir wollen hier ja nicht von mir reden.

Seid Euch bewusst, dass – wenn Ihr denselben Weg wie ich gehen wollt – Ihr quasi eine doppelte Belastung haben werdet. Ihr müsst lernen, komplett auf Euch alleine gestellt zu sein, aber auch mit dem Berufsalltag zurecht kommen. Acht Stunden arbeiten, danach im Anschluss lernen und den Haushalt alleine schmeißen, muss man selbst auch erst mal meistern.

Das Anschreiben für die OTA Ausbildung

Das Bewerbungsschreiben ist mit das Wichtigste in Eurer Bewerbung für den Ausbildungsplatz zur Operationstechnischen Assistenz. In diesem Schreiben müsst Ihr Euch so gut verkaufen, sodass man sich die Bewerbung weiter ansehen möchte und Euch dann zum Gespräch einlädt.

Zunächst mal die Grundlagen:
Ihr solltet wissen, an welcher Stelle Ihr Eure Kontaktdaten sowie die Adresse setzt und wo die Daten Eures potentiellen Arbeitgebers hingehören. Datum und Ort des Bewerbungsschreibens sind ebenfalls sehr wichtig und sollten sich an der richtigen Position befinden. Eine gute Rechtschreibung, Grammatik und Kommasetzung kann auch nicht schaden 😉  Flüchtigkeitsfehler passieren sehr oft – besonders wenn man schnell tippt. So schreibe ich beispielsweise meinen Namen in 99% der Fälle falsch, wenn ich am Computer schnell tippe. So etwas sollte Euch natürlich nicht unterlaufen.

Daher unbedingt die Bewerbung für den Ausbildungsplatz als OTA mehrfach Korrektur lesen. Idealerweise gibt es in Eurem Familien- oder Freundeskreis jemanden, der dies sehr gut beherrscht. Ansonsten gibt es im Internet auch zahlreiche Seiten, wo man den Text hinein kopieren und kontrollieren lassen kann.

Dann muss unbedingt in die Überschrift rein: Worum es sich handelt. Die Schulen und Kliniken bekommen sehr viele Bewerbungen aus allen Richtungen zugesandt, bezüglich Praktika, Famulaturen, anderen medizinischen/nicht-medizinischen Ausbildungen. Auch ausgelernte Kräfte aus den verschiedensten Bereichen bewerben sich.

Die Bewerbung selbst sollte selbstverständlich auch sauber und ordentlich aussehen. Also keine Kaffeeflecken, Eselsohren oder Sonstiges. Ein professionelles, aktuelles Lichtbild sieht deutlich besser aus, als ein Passbild oder Selfie von vor einigen Jahren. Selfies sollte man sowieso nicht verwenden. Aber das setze ich jetzt einfach mal als Bekannt voraus.

Investiert ruhig etwas Geld und lasst die Bewerbung am besten in einem professionellen Copyshop drucken. Das Papier und der Druck haben einfach eine ganz andere Qualität als ein zuhause ausgedrucktes Dokument.

Und nun kommt das eigentliche Anschreiben. Man könnte es auch als Motivationsschreiben bezeichnen, denn in diesem kurzen Text drückt Ihr Eure Leidenschaft für den zu erlernenden Beruf aus. Ihr wollt unbedingt einen Ausbildungsplatz als Operationstechnischer Assistent bzw. Operationstechnische Assistentin bekommen!

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Was motiviert Dich? Weshalb willst DU OTA werden, und warum sollte man DICH zum Gespräch einladen?

Diese Fragen solltest Du dir selbst stellen. Und das will auch der potentielle Arbeitgeber wissen. Dabei ist es wichtig, dass man keinen 08/15-Grund an erster Stelle nennt. So zum Beispiel: „…die Medizin hat mich schon immer fasziniert und interessiert.“ Denn das wird nahezu jeder schreiben. So hinterlasst Ihr einfach keinen bleibenden Eindruck.

Am besten wäre es natürlich, wenn Ihr bereits Erfahrungen im medizinischem Bereich habt, beispielsweise in Form eines/mehrerer Praktika, FSJ oder ehrenamtlicher Tätigkeiten. Habt Ihr diese, dann könnt Ihr diese Erfahrungen als Argument für Euer Interesse an der OTA-Ausbildung in der Bewerbung nennen. Und das kommt auch mit am besten an.

Bei mir war es 2013 auch erforderlich, ein chirurgisches und ein Pflegepraktikum nachweisen zu können. Aber ich selbst würde ohnehin jedem empfehlen, ein längeres Praktikum, also wenigstens zwei Wochen, im OP abzuleisten. Im OP läuft es einfach nicht so ab, wie in den ganzen medizinischen Fernsehsendungen. Zudem muss man sich auch erst an die Gegebenheiten gewöhnen, etwa an die Gerüche und die “Luft”. Frische Luft von draußen – also mal kurz die Fenster öffnen und lüften – gibt es hier nicht. Die Luft ist gefiltert und “rein”. Das kann schon mal sehr gewöhnungsbedürftig sein. Ebenfalls ungewohnt mag sein, dass man in vielen, besonders älteren OPs, kein Tageslicht sieht.

Früher war der OP in den Krankenhäusern stets im Keller. Im Keller gibt es kein bzw. kaum Tageslicht. Doch keine Sorge! Mittlerweile wird der Funktionsbereich OP immer mehr zentraler angesiedelt, und sogar mit Tageslicht. Warum? Weil man so einfach besser an die ganzen Stationen angeschlossen werden kann, insbesondere an die Intensivstation. Hier gibt es ja in der Regel Tageslicht, denn nicht jeder Patient, der auf der Intensivstation überwacht werden muss, befindet sich in einer Narkose. Da möchte man natürlich auch mal aus dem Fenster schauen dürfen. Aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab. Behaltet Euch einfach nur meinen Rat im Hinterkopf: Macht bitte vor der Bewerbung ein Praktikum im OP!

Zurück zum Thema:

Im OP, egal ob im Bereich der Anästhesiepflege oder OP-Pflege, ist Teamwork gefragt. Daher müsst Ihr unbedingt auch teamfähig sein. Dies könntet Ihr beispielsweise durch Vereinssport oder ähnlichen Freizeitbeschäftigungen belegen. Wer in seiner Bewerbung kaum entsprechende Aktivitäten aufzählen kann, der wird höchstwahrscheinlich auch schlechtere Chancen haben, als jemand, der sehr engagiert ist. Seid Ihr in der Schule in irgendwelchen Organisationen gewesen, die die Teamfähigkeit untermauern könnten? Dann benennt diese auch in Eurer Bewerbung idealerweise mit entsprechenden Belegen: Wer hier beispielsweise als Schulsanitäter unterwegs war, hinterlässt sicher einen bleibenden Eindruck.

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Zusammengefasst:

Was ich Euch sagen möchte: Seid Euch einfach bewusst, dass jemand mit Vorerfahrung im medizinischen Bereich sicherlich bessere Chancen im Anschreiben und auch der gesamten Bewerbung hat. Stellt Euch einfach vor Ihr, wärt der potentielle Arbeitgeber. Welche Bewerbung würdet Ihr direkt weg legen und welche genauer ansehen? Solche Fragen stellen sich nämlich alle Arbeitgeber.

Und genau nach diesem Prinzip solltet Ihr Eure Bewerbung aufbauen. Könnt Ihr beispielsweise noch kein Praktikum nachweisen, dann ist es sinnvoll zu erwähnen, dass Ihr dies definitiv noch vor habt. Vielleicht sogar in der Klinik, der Ihr gerade die Bewerbung zusendet. So etwas macht auch direkt einen guten Eindruck. Ebenfalls hilft das Angebot, bis zum Ausbildungsbeginn als Praktikant in der jeweiligen Klinik vorab arbeiten zu wollen. Sowas zeigt nämlich, dass Ihr engagiert seid, unbedingt in dieser Klinik arbeiten möchtet und auch genau diese Ausbildung machen wollt. Und Ihr habt dann gegenüber anderen Azubikollegen einen kleinen Vorteil.

Was gehört alles in eine Bewerbung?

Darauf bin ich bereits in einem früheren Beitrag mal eingegangen, aber der Vollständigkeit halber möchte ich dies hier auch noch mal erwähnen:

  • das Anschreiben
  • Lebenslauf mit Lichtbild
  • Nachweise über Praktika
  • Nachweise über Ehrenämter/schulische Tätigkeiten
  • Allgemeinärztliches Attest
  • polizeiliches Führungszeugnis

-> Die letzten beiden Punkte sind nicht in allen Kliniken ein Muss. Wobei ich persönlich das Geld für das Attest, meist nur 5 – 10 €, jedoch investieren würde. So zeigt Ihr nämlich auch direkt, dass Ihr für den Beruf geeignet seid und Ihr Euch diesbezüglich auch Gedanken gemacht habt.

Wenn Ihr Euch meine Tipps/Ratschläge zu Herzen nehmt, dann solltet Ihr schon mal deutlich bessere Chancen haben. Natürlich gibt es keine “Erfolgsgarantie”, denn ich stelle ja selbst keine neuen Auszubildenden ein und jede Schule oder Klinik hat ja auch eigene Kriterien. Aber dieser Post sollte Euch einen besseren Einblick und Anregungen geben, wie Ihr Eure Bewerbungen noch verbessern könntet.

Wenn Ihr nun eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen habt, dann empfehle ich Euch an dieser Stelle meinen anderen Beitrag. Denn Dort habe ich einige Tipps zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gegeben, Kleidungstipps und auch potentielle Fragen aufgelistet.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße

Eure franzi

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